Arztbriefe, Befunde, Atteste: Viele Dokumente in der Praxis brauchen eine Unterschrift, die auch elektronisch Bestand hat. Die qualifizierte elektronische Signatur (QES) leistet das. Nach Art. 25 Abs. 2 der eIDAS-Verordnung ist sie der handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt, in Deutschland ersetzt sie die Schriftform nach § 126a BGB.
Ärztinnen und Ärzte tragen das Werkzeug dafür bereits bei sich: Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) enthält ein qualifiziertes Zertifikat. Zum Signieren brauchte man bisher aber Kartenleser und PC-Software. FastDoc QES holt das aufs Smartphone. Die App befindet sich derzeit im geschlossenen Beta-Test.
Drei Schritte
- PDF öffnen aus Dateien, iCloud oder direkt aus der Mail. Der Signaturstempel lässt sich auf der Seite platzieren.
- PIN.QES eingeben. Die PIN geht direkt an die Karte, die App speichert sie nicht.
- eHBA an die Rückseite halten. Die App prüft das Zertifikat und signiert.
Die Signatur steckt im PAdES-Format im PDF selbst und lässt sich in PDF-Programmen prüfen. Vor jeder Signatur fragt die App beim Herausgeber des eHBA ab, ob das Zertifikat noch gültig ist (OCSP). Die Antwort wird in die Signatur eingebettet, damit sie auch Jahre später noch prüfbar bleibt. Ist das Zertifikat gesperrt oder der Prüfdienst nicht erreichbar, wird nicht signiert.
Voraussetzung ist ein eHBA der Generation G2.1 mit NFC und ein iPhone oder Android-Smartphone mit NFC. Die sechsstellige CAN auf der Karte wird einmal eingegeben und verschlüsselt auf dem Gerät gespeichert. Wer nur die Transport-PIN hat, wird beim ersten Signieren durch das Setzen der eigenen PIN.QES geführt.
Was die App nicht tut
FastDoc QES ist bewusst schmal gebaut:
- kein Konto und keine Registrierung,
- keine eigenen Server: Öffnen, Signieren und Speichern passieren auf dem Gerät,
- kein Tracking, keine Analyse, keine Werbung.
Die einzige Verbindung nach außen ist die Zertifikatsprüfung beim Herausgeber der Karte. Dabei werden nur Angaben zum Zertifikat übertragen, nie das Dokument.
PDFs außerhalb der TI, Freigaben in der TI
FastDoc QES signiert PDFs außerhalb der Telematikinfrastruktur. eAU, E-Rezept und andere TI-Aufträge signiert die App nicht. Diese werden nur freigegeben, die Signatur erzeugt das Praxisprogramm mit der Komfortsignatur am Konnektor. Diese Freigabe setzt voraus, dass ein PVS-Anbieter FastDoc anbindet. Daran arbeiten wir.
Für Dokumente außerhalb der TI gibt es die Praxisbrücke. Sie verbindet sich per GDT mit dem Ordner des Praxisprogramms. Arztbriefe und Befunde kommen so aufs Handy, werden dort signiert und gehen signiert zurück. Die Brücke verschlüsselt jedes PDF für den Schlüssel des Handys, bevor es den Praxisrechner verlässt. Der Auftragsdienst speichert nur dieses verschlossene Paket und kann es nicht öffnen.
Zusammenhang mit Attrian
FastDoc QES löst eine bestimmte Aufgabe: die mobile QES mit dem eHBA. Für Unternehmen, die Signaturen aller Stufen und digitale Nachweise in eigene Abläufe einbinden wollen, entwickeln wir Attrian, unsere Signatur- und Wallet-Plattform. Attrian ist demnächst verfügbar.
Alle Details finden Sie auf fastdocqes.de.